BESUCH DER ABC-EINHEIT DER FF STELLINGEN BEI DER GESELLSCHAFT FÜR NUKLEAR-SERVICE GNS

Am Freitag, den 13.04.2012 trafen wir uns um 6:30 am Feuerwehrhaus Stellingen.Nach dem Kochen von einigen Kannen Kaffee fuhr unser ABC-Erkundungskraftwagen  Richtung Schanzenstr., um dort frisch belegte Brötchen abzuholen und im Anschluss weiter zur Wendenstr. (Standort der Rettungsleitstelle),  um  sich dort mit 2 Kameraden der Berufsfeuerwehr zu treffen.

Die restliche ABC-Mannschaft fuhr mit dem LF16-KatS STELLINGEN 2 los, sammelte noch einen Kameraden von zuhause ein und begab sich in Richtung Elbbrücken. Über die BAB A39 an Lüneburg vorbei, ging es dann über Landstraßen weiter nach Gorleben.

Unterwegs machten wir Halt auf einem Parkplatz, um uns mit den anderen Kameraden zu treffen und stärkten uns mit Brötchen und Kaffee.

Im Konvoi weiter und in Gorleben angekommen, besichtigten wir als Erstes das Informationshaus im Zentrum von Gorleben.

Hier wurden wir von Hartmut Schulze, Fachbereichsleiter Strahlenschutz der GNS, und Rüdiger Kloth , GNS- Öffentlichkeitsarbeit , durch äußerst interessante Vorträge  und Filme zum Thema CASTOR-Behälter und Sicherheit im Umgang mit radioaktiven Abfällen informiert. Hier erfolgte auch eine weitere Stärkung bei Gulaschsuppe und belegten Brötchen.

Im Anschluss fuhren wir die 2 Kilometer weiter bis zum eigentlichen Zwischenlager Gorleben.

Nach umfangreichen Sicherheitskontrollen wurden wir auf das Gelände geschleust und trafen uns am Feuerwehrhaus der GNS Werkfeuerwehr (WF). Es folgte eine Begrüßung durch den Leiter der GNS Werkfeuerwehr Edward Reinschild und eine kurze Einweisung in die bevorstehende Übung, dem 1. Highlight des Besuchs.

Danach tauschten wir unsere Erfahrungen mit den uns zur Verfügung stehenden Mess – und Nachweisgeräten und denen der WF aus.

Im Abfalllager für schwach und mittelradioaktive Betriebsabfälle sollte unsere Übung durchgeführt werden.

Dort angekommen, erhielten wir vom Leiter der WF unseren Einsatzauftrag:

Ein Fass mit radioaktiven Abfällen vom Gabelstapler gefallen, 1 verletzte Person im Gefahrenbereich, Angriffstrupp zur Rettung der verletzten Person unter PA rechts in die Halle vor.

Der Messtrupp mit Dosisleistungsmessgerät  und Teleskopsonde zur Erkundung in die Halle vor“.

Der Angriffstrupp rüstete sich mit Nomexbekleidung und PA aus, der Kamerad Frank Steffen und ich  mit Overgarments (zweiteilige Schutzanzüge) und PA.

Dann erhielten wir noch unsere Filmdosimeter und Dosisleistungswarner und begaben uns in die Halle. Vor uns der Angriffstrupp, der sehr zügig die verletzte Person herausbrachte und dann auf seine Freimessung wartete.

Frank und ich gingen vorsichtigen Schrittes immer weiter in Richtung des verunfallten Fasses mit konzentriertem Blick auf die Messgeräte. Trotz des Wissens, dass wir sicher sind und keiner unzulässig hohen Strahlung ausgesetzt werden, überkam uns ein ganz komisches Gefühl. Es wurde uns regelrecht „warm ums Herz“ 

Nach Erreichen des Fasses und Kontrollmessungen an dessen Oberfläche zogen wir uns wieder zurück Richtung Ausgang. Dort war zwischenzeitlich ein Dekon-Platz errichtet worden und wir wurden von Kopf bis Fuß von Kameraden der WF mithilfe von Kontaminationsmessgeräten auf mögliche radioaktive Kontamination kontrolliert. Das Ergebnis war negativ.

Nach dem Ausziehen der Ausrüstung fuhren wir zurück zum Feuerwehrhaus der WF.

Bei Kaffee und Kuchen wurden unsere Stärken und Schwächen erläutert und jeder hatte die Gelegenheit, sein Erlebtes kundzutun.  Es folgten angeregte Gespräche und Gedankenaustäusche.

Das 2. Highlight unseres Besuchs war die Besichtigung der Lagerhalle für hochradioaktive Abfälle (CASTOR-Lagerhalle). Diese erfolgte aus Sicherheitsgründen nur in kleinen Gruppen und unter zusätzlicher Begleitung des Sicherheitsdienstes.

Beim Anblick der CASTOR-Behälter auch hier wieder dieses unbeschreiblich komische Gefühl im Magen und der Herzgegend.

Es wurde uns erlaubt, dass wir unsere eigenen Messgeräte mit in die Halle nehmen. Auch diese betätigten uns, dass zu keiner Zeit eine erhöhte bzw. gefährlich hohe Strahlung vorlag!

Nach der Verabschiedung und dem Ausschleusen traten wir dann die Heimreise an.

 

Alles in allem ein wahnsinnig spannender und lehrreicher Tag, für den unser besonderer Dank unserem Kameraden Lutz Schneider gilt, der mit der Organisation dieses Besuchs viel um die Ohren hatte.

 

Michael Schröder, OBM